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Heutzutage 5/29/06

Die wichtigsten CDs der Woche

Seachange sind empfindsame Bildungsbürger, Justine Electra erfindet Elektro-Folk neu, The Futureheads lassen sich nicht kommerzialisieren, Midlake schwelgen im Siebziger-Sound, und Scritti Politti tauchen wieder aus der Versenkung auf.


Seachange - "On Fire, With Love"
(Glitterhouse/Indigo, bereits erschienen)




Was für ein wunderbarer Albumtitel: Poetisch, ausdrucksvoll und angemessen verloren. Die Band Seachange aus Nottingham, auf der ersten Platte "Lay Of The Land" mit charakteristischer Geige und hübsch uneindeutigen Texten vorgestellt, war längere Zeit verschollen, wollte aber lediglich ein Doppel-Album einspielen, das nun doch nur zur 40 Minuten langen Einfach-LP geworden ist. Früher waren Seachange schärfer und brutaler und klangen fast ein wenig wie zwei Bands, die in den Neunzigern so gut waren, dass man sie sich nicht mal hätte ausdenken können: The Van Pelt und Three Mile Pilot. "On Fire, With Love" ist nun eher zurückgenommener Indie-Rock, respektive empathischer Folk-Pop wie im mit Abstand besten Lied "Midsummer Fires". Auch "In", ganz am Schluss versteckt, bewegt Herzen: "Well it's good we are so busy these days/ I hope you don't want to re-write 'Penny Lane'/ Like every english boy with half a brain/ Because I think I'd prefer it/ If you stayed a little the same". Das Leben aus der Sicht von empfindsamen Bildungsbürgern - man kann noch von ihnen lernen. (7) Jan Wigger





Justine Electra - "Soft Rock" (City Slang/Rough Trade, 2. Juni)




Dass Berlin voller musikalischer Frauen ist, wissen wir nicht erst seit Peaches und Annika Line Trost. Justine Carla Electra Beatty ist in einem australischen Hippiecamp aufgewachsen und schrieb ihre erstaunliche, bedrohlich-burleske Familienabrechnung "Mom + Dad + Me + Mom" schon im Alter von acht Jahren. In der deutschen Hauptstadt machte sie sich zunächst als Elektro-DJane mit dem Sonarkollektiv einen Namen, veröffentlicht nun aber ein Debüt-Album, das zwar "Soft Rock" heißt, aber unmöglich zu katalogisieren ist. Justine Electra schafft es, noch die schrägsten, arythmisch platzierten Samples und Geräusche so einzusetzen, dass sie im Gesamtkonzept des jeweiligen Songs faszinieren und funktionieren ("Calimba Song"). Dazu singt sie mit träumerischer Stimme zumeist extrem amüsante Anekdoten aus ihrer Biografie. Elektro-Folk müsste man das wohl nennen, oder eine ganz neue, irre TripHop-Variante, aber für all diese Schubladen ist Justine Electra einfach zu originär. Wer's nicht glaubt, höre sich einfach den Opener "Fancy Robots" oder den lustigen Soldatenmarsch "President" an, in dessen Refrain es launig heißt: "I went to the doctor, the doctor said/ Sorry son, your balls are dead". (7) Andreas Borcholte





The Futureheads - "News And Tributes"
(679 Records/Warner Brothers, 2. Juni)




Dem Alten verpflichtet, dem Neuen zugetan: Mit "News And Tributes" haben die Futureheads, die einzige namhafte Band aus dem nordostenglischen Sunderland, eines der seltsamsten, vielleicht aber auch eines der dauerhaftesten Alben in diesem Jahr aufgenommen. Gab es zum herausragenden, in Deutschland wie üblich mehrere Ewigkeiten zu spät veröffentlichten Debüt "The Futureheads" im Grunde nur einen einzigen Verriss zu lesen, könnte "News And Tributes" für deutlich mehr Uneinigkeit sorgen: Die ausgezeichnete Single "Area" fehlt, viele Stücke wirken sonderbar fragmentarisch und verharren im Ansatz, vieles wiederum scheint als schiere Tanzbeschallung fast zu schlau und komplex. Eine Novität: Die Anzahl der ruhigen Songs hat zugenommen, mal sind sie famos ("Burnt"), mal schleppend langweilig ("News And Tributes", "Thursday"). Das Beste an "News And Tributes" ist die Deutlichkeit, mit der sich hier einer bloßen Dienstleistung rigoros verweigert wird. Ein Zwischenwerk, als Langspielplatte getarnt. (6) Jan Wigger





Midlake - "The Trials Of Van Occupanther"
(Bella Union/Cooperative Music/Rough Trade, 2. Juni)




Wenn eine Band aus dem kleinen Kaff Denton in Texas kommt, dann erwartet man von ihr eigentlich frustrierte Schreiorgien und furchterregende Gitarrenwälle. Die fünf Jungs von Midlake aber haben sich einer ungleich sanfteren Musik angenommen, die einen fast noch schlechteren Ruf genießt: Siebziger-Jahre-Folkrock mit allen großen Gesten und den unvermeidlichen verspielten Klassizismus-Arrangements. Wer "The Trials of Van Occupanther" auflegt, sollte also auf liebliche Harmoniegesänge und warmes Westküstenfeeling gefasst sein. Midlake klingen manchmal wie Emerson, Lake & Palmer im Duett mit Jackson Browne. Sie bewundern Äste im Wald ("Branches"), gehen Hirsche jagen ("Chasing After Deer") oder träumen davon, einfach mal ein paar Wochen in der Wildnis zu verschwinden ("Van Occupanther"). Ein bisschen Radiohead aus der "Kid A"-Phase klingt auch mal durch, das liegt aber hauptsächlich an der zuweilen nöligen Stimme von Sänger Tim Smith. Mit ihrem Erstling sorgten die naturverliebten Retro-Texaner bereits für Aufruhr in der US-Indie-Szene und handelten sich nett gemeinte Vergleiche mit den Flaming Lips ein, mit "Trials..." dürfte ihnen der Durchbruch als Genre-Setter sicher sein - und uns eine neue Schwemme Siebziger-Hommagen. (6) Andreas Borcholte





Scritti Politti - "White Bread Black Beer" (Rough Trade/Sanctuary, 2. Juni)



Förmlich aus dem Nichts kommend: eine neue Scritti-Politti-Platte auf unserem Schreibtisch. Wenn man Scritti-Kopf Green Gartside heute so sieht, mit Vollbart und in Trainingsjacke, hat man das Bedürfnis, ihn nach fast 30 Jahren Bandgeschichte doch noch einmal vorzustellen: Schon als Jungmann, Philosoph und Kommunist, besang Gartside, im Pop unüblich, den Dekonstruktivisten Jacques Derrida, kollaborierte später mit Miles Davis, Shabba Ranks und Mos Def und arbeitete sich immer aufs Neue am Verfeinerten und Geschmackvollen ab: Wie Prefab Sprout und die Pet Shop Boys sind auch Scritti Politti stets Sensibilisten mit Stil geblieben: "White Bread Black Beer" wird Fans von Taking Back Sunday und Fall Out Boy in ungeahnter Weise aggressiv stimmen - wenn sie es je zu hören bekommen. Wie schon auf "Anomie & Bonhomie" (1999) stehen einigen etwas ereignislos dahinplätschernden Tracks im Mittelteil große Songs entgegen: "Snow In Sun", "Road To No Regret", "The Boom Boom Bap" und "Mrs. Hughes" hätten selbst auf dem Meisterwerk "Cupid & Psyche 85" bestehen können. (6) Jan Wigger





Es ist sehr interessant, eine deutsche Perspective an die Musik zu sehen. Die Musik in Deutschland ist sehr gut, und viele gute englische, amerikanishe, und deutsche CD's kann man dort finden.
30.5.06 01:40


Caligari

Ich habe Das Kabinett des Dr Kaligari sehr interessant gefunden, obwohl diese Version ein Bisschen schwer zu sehen war. Ich weiss nicht ob es bessere Versionen gibt, aber es wurde sehr gut sein, wenn ein Filmarchiv eine Restoration machen wurde.

Der Expressionismus im Film war interessant, glaubte ich, ein Cisschen mehr abstrakt als der in Murnaus Nosferatu. Ich habe gedact, dass es faszinerende psychologische Ideen gab, meistens im VErhaltnis zwischen die zwei Manner und die Frau. Der Mann, der die Geschichte erzaht hat, wollte die Frau fur er selbst, und deshablb ist sein Freund in der Geschichte gestorben.
12.5.06 17:07


Foto

Mein lieblings Foto war dem von Heidelberg. Die Kontrast zwischen Weiss im Vorgrund und Schwarz im Hintergrund wat sehr interessant. Die Bauen sind auch gut fotographiert. Frohliche Pause!

-Brendan
28.4.06 02:03


Heutzutage 4/10

Ahmadinedschad sieht Iran im Club der Atommächte

Voller Stolz hat Irans Präsident Ahmadinedschad die erfolgreiche Anreicherung von Uran verkündet. Möglichst schnell will er in den Club der Atomstaaten: In einer Rede forderte er die Mitarbeiter des Atomprogramms auf, ihre Arbeit zu beschleunigen.


Teheran - Iran gehöre nun zu den Ländern, die über nukleare Technologie verfügten, verkündete der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad heute Abend im iranischen TV. "Dies ist das Ergebnis des Widerstandes des iranischen Volks", sagte der Staatschef. Iran werde weiter danach streben, eine Anreicherung von Uran auf industrieller Ebene zu erreichen. Das Land werde sich dabei an die internationalen Regeln halten.



REUTERS
Mahmud Ahmadinedschad: "Iran ist Atommacht"
Der Westen müsse daher das Recht des Iran zur friedlichen Nutzung der Atomenergie respektieren. In einer zweiten Fernseh-Ansrache forderte Ahmadinedschad alle Mitarbeiter des Atomprogramms auf, ihre Arbeit zur Herstellung von nuklearem Brennstoff für die künftigen Atomkraftwerke zu beschleunigen.

Zuvor hatte Iran gemeldet, erfolgreich Uran in niedriger Konzentration angereichert zu haben. Es sei als Brennstoff für Atomkraftwerke geeignet, erklärte der Vize-Präsident und Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Gholam Resa Aghasadeh, heute. Ex-Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani sagte, in der Pilotanlage von Natans sei eine Einheit von 164 Zentrifugen zur Urananreicherung erfolgreich in Betrieb genommen worden

Teheran widersetzte sich damit der Forderung des Weltsicherheitsrates. Das Germium hatte Ende März von Iran gefordert, die Urananreicherung aufzugeben. Der Sicherheitsrat hatte Iran eine Frist von 30 Tagen gesetzt. Präsident Ahmadinedschad hatte am selben Tag gesagt, nichts könne das zivile Nuklearprogramm Irans stoppen. Die USA und andere westliche Länder vermuten jedoch, dass Teheran letztlich Atomwaffen herstellen will. Dazu bedarf es jedoch hoch angereicherten Urans.


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Iran - Welches ist die richtige Politik? II

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505 Beiträge,
Neuester: Gestern, 21.36 Uhr
von Eliza

Die iranische Anreicherungsanlage in Natans kann bis zu 50.000 Gaszentrifugen aufnehmen. Sie ist durch Flugabwehrsysteme geschützt. Derzeit hat Iran weniger als 200 Zentrifugen. In Natans soll das Uran laut angeblich nur bis zu einem Grad von 3,5 Prozent angereichert werden. Das reicht als Brennstoff für Atomkraftwerke, aber nicht für eine militärische Nutzung. Für den Bau einer Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von über 90 Prozent notwendig.

Ahmadinedschads Ankündigungen erfolgen unmittelbar vor einer Reise des Chefs der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed al-Baradei, am Mittwoch nach Teheran. Am Donnerstag stehen Treffen mit iranischen Vertretern auf dem Programm, um Teheran Diplomaten zufolge eine "Möglichkeit zu geben", von der IAEA geforderte Informationen über die iranischen Atomaktivitäten zu liefern. Strafen wurden nicht angedroht, die US-Regierung schließt aber einen Militäreinsatz als letzte Option nicht aus.

Die IAEA hatte die Anlage in Natans versiegeln lassen, nachdem ein verdächtiges Tunnelsystem entdeckt worden war; Iran setzte sich darüber hinweg und nahm die Anlage im Januar wieder in Betrieb.

Die US-Regierung kritisierte Iran heute Abend für die Uran-Anreicherung. Das Land bewege sich in die falsche Richtung, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan. Durch den jüngsten Schritt würden die Sorgen der Weltgemeinschaft über das iranische Atomprogramm verstärkt. Iran isoliere sich damit weiter vom Rest der Welt. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, bezeichnete die Anreicherung von Uran als "weiteren Schritt des iranischen Regimes, die internationale Gemeinschaft herauszufordern".



Was für ein Welt, in dem wir leben! Die Atommächte der Welt haben jetzt kein Responsibilität, und die Politik wird schlechter jeden Tag. Ich hoffe, als Adult in einem besseren Welt zu leben.
12.4.06 03:15


Heutzutage 4/1/06

KURDENAUFSTAND

Bombenexplosion in Istanbul, Randale in Diyarbakir

Von Jürgen Gottschlich, Istanbul

Neuer Kurden-Aufruhr in der Türkei: Bei einer Explosion in Istanbul sind ein Mensch getötet und 13 verletzt worden. Zu dem Anschlag hat sich eine kurdische Extremistengruppe bekannt. Bei Unruhen kamen diese Woche acht Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt.


Istanbul - Die bisher letzten Opfer starben heute Nachmittag. In Batman, einer Nachbarstadt von Diyarbakir starb ein dreijähriges Kind. Es hatte auf einem Balkon gespielt und wurde durch eine verirrte Kugel getötet. In Istanbuls historischem Stadtteil Kocamustafapasa explodierte ein Sprengsatz an einer Bushaltestelle, ein Mann starb, 13 wurden verletzt, drei von ihnen schwer.

Zu dem Anschlag bekannten sich am Abend die "Freiheitsfalken Kurdistans", wie die Nachrichtenagentur Firat (Euphrat) mitteilte. Die Extremisten-Gruppe drohte mit weiteren Vergeltungsschlägen für das Vorgehen des türkischen Staates gegen Kurden im Südosten des Landes.



REUTERS
Randale in Diyarbakir: Innenstadt in Scherben gelegt
Insgesamt starben in den vergangenen Tagen acht Menschen bei den Unruhen, Hunderte wurden verletzt. Bei den Ausschreitungen wurden die Innenstädte von Diyarbakir, Batman und Van teilweise in Scherben gelegt, Polizeistationen und Parteibüros angegriffen und Hunderte Autos in Brand gesetzt.

Obwohl erstmals seit der Aufhebung des Ausnahmezustandes vor drei Jahren auch wieder Panzerwagen und Einheiten der Gendarmerie in den Städten eingesetzt wurden, bekamen die Sicherheitskräfte die Lage nicht unter Kontrolle. Während die parlamentarische Opposition der Regierung von Ministerpräsident Tayyip Erdogan vorwirft, der Eskalation des Konfliktes tatenlos zuzusehen, werfen die Nationalisten dem Premier vor, er hätte mit seinem öffentlichen Anerkenntnis des "kurdischen Problems" bei einem Besuch in Diyarbakir im vergangenen Sommer, den jetzigen Aufruhr erst ermutigt. Wenn man den Kurden Zugeständnisse macht, sagte Nationalistenführer Devlet Bahceli, wollen sie nur immer mehr.

Ausgebrochen war der Aufruhr am Dienstagnachmittag in Diyarbakir. Was viele politische Beobachter bereits zu den kurdischen Nevroz-Feiern am 21. März befürchtet hatten, passierte nun eine Woche später. Anlass war die Beerdigung von vier getöteten PKK-Militanten, die zusammen mit zehn weiteren Guerilleros am Wochenende bei Feuergefechten mit der Armee getötet worden waren.

Angriff ohne Vorwarnung

Offenbar völlig überraschend für die Polizei, griffen am Dienstagnachmittag im Anschluss an die Beerdigung überwiegend Jugendliche mit Steinen und Molotowcoktails Polizeiautos an und begannen, die Innenstadt von Diyarbakir, der größten, überwiegend von Kurden bewohnten Stadt in der Türkei, zu demolieren. Bankenfassaden, Parteibüros aber auch neutrale Läden gingen massenweise zu Bruch. Auch die daraufhin in Stellung gebrachten Wasserwerfer konnten die Straßenkämpfe nicht beenden.

Bis Mittwochnachmittag bekam die Polizei die Situation trotz Verstärkung aus anderen Städten nicht in den Griff, dann rückte das Militär ins Stadtzentrum ein. Bis Mittwochabend gab es zunächst drei Tote, darunter ein Junge, der von einem Hausdach aus zugeschaut hatte und dort von einer Kugel getroffen wurde.

Diese drei Toten wurden am Donnerstagnachmittag beerdigt - was dann gleich die nächsten Straßenkämpfe auslöste. Dieses Mal nicht mehr nur in Diyarbakir, sondern auch in der Nachbarstadt Batman und im weiter entfernten Van. Die traurige Bilanz: weitere zwei Tote und ein lebensgefährlich verletzter achtjähriger Junge, der dann heute Mittag im Krankenhaus starb.

Propaganda über Sattelit

Die Regierung macht für den Aufstand den der PKK nahe stehenden Fernsehkanal Roj-TV verantwortlich, der via Satellit von Kopenhagen aus in die kurdischen Wohnzimmer in Diyarbakir sendet. Die Jugendlichen seien in Roj-TV regelrecht aufgehetzt und zum Aufstand aufgerufen worden. Nach Darstellung des PKK-Senders seien die am vergangenen Wochenende in den Bergen bei Mardin getöteten PKKler mit "chemischen Waffen" angegriffen worden. Das verbreitet heute auch der politische Arm der PKK, "Kongra Gel" in einer Presseerklärung.

Ministerpräsident Tayyip Erdogan und sein Außenminister Abdullah Gül drängen die dänische Regierung bereits seit längerem, Roj-TV die Sendeerlaubnis zu entziehen. Erdogan ließ es bei seinem Kopenhagen Besuch im vergangenen Oktober sogar zum Eklat kommen und verließ eine gemeinsame Pressekonferenz mit Dänemarks Premier Rasmussen, weil eine Vertreterin von Roj-TV im Saal war. Angesichts der blutigen Ereignisse in Diyarbakir hat das türkische Außenministerium jetzt erneut in Kopenhagen gedrängt, den Sender der PKK, die ja auch von der EU als Terrororganisation eingestuft wird, endlich zu verbieten.

Doch selbst wenn Roj-TV tatsächlich die Initialzündung für die jetzigen Ausschreitungen gegeben hat, entlädt sich derzeit in den Straßen der kurdisch besiedelten Städte eine Wut, die sich seit längerem angestaut hat und die sich aus vielfältigen Quellen speist. Seit der Festnahme und Verurteilung von PKK-Chef Abdullah Öcalan im Frühjahr 1999 und des anschließenden Rückzugs der PKK-Militanten in den Nordirak, hat Ankara sich kaum darum bemüht, die Menschen im Südosten für sich zu gewinnen.

Zwar hat es, hauptsächlich auf Druck der EU, Reformen gegeben. So wurde kurdischer Unterricht in Privatschulen erlaubt und kurdische Musik, Theater und andere kulturelle Veranstaltungen sind weitgehend frei, doch schon die Zulassung kurdischer Medien gestaltete sich äußerst zäh. Erst vor einer Woche erhielten zwei private Fernsehkanäle in Diyarbakir die Erlaubnis jeweils eine Stunde am Tag in kurdischer Sprache zu senden. Was für viele türkische Politiker ein großer Schritt ist, ist für kurdische Nationalisten mittlerweile aber völlig irrelevant. Sie wollen eine gleichberechtigte politische Partizipation in Ankara, oder eine Föderation, die ihnen ähnliche Möglichkeiten einräumt, wie den irakischen Kurden im Nordirak.

Ermittlungen gegen Bürgermeister

Die kurdischen Politiker der "Demokratischen Gesellschaft Partei", DTP, der großen legalen kurdischen Partei, die etliche Bürgermeister im Südosten stellt, schwanken seit Jahren zwischen pragmatischer Politik und Unterstützung der PKK. Osman Baydemir, als Bürgermeister von Diyarbakir die wichtigste Figur, hat bis heute nicht klar zu erkennen gegeben, ob er sich von der PKK emanzipieren will oder nicht. Die Staatsanwaltschaft hat heute ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet, weil er zum Aufstand aufgerufen haben soll und die getöteten PKK-Militanten als unsere Märtyrer bezeichnete.

Einer der wesentlichen Gründe für den Aufstand dürfte aber auch sein, dass die soziale und wirtschaftliche Situation in den kurdischen Gebieten in den letzten Jahren eher schlechter als besser geworden ist. Die meisten Jugendlichen haben keine Chance auf einen Job und durch den Krieg im Irak ist der Handel mit dem Nachbarland weitgehend zum Erliegen gekommen, was eine der wichtigsten Einnahmequellen der Region ausgetrocknet hat.




Bedauerlich ist es keine Uberraschund, dass es noch Bombenexplosionen in der Mittel-Ost gibt. Ich habe wirklich keine Ahnung, was der Welt daruber machen kann. Es wird ein Problem fur Generationen in der Zukunft sein.
2.4.06 05:37


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